{"id":8881,"date":"2026-05-20T11:14:05","date_gmt":"2026-05-20T10:14:05","guid":{"rendered":"https:\/\/monta.com\/de\/?p=8881"},"modified":"2026-05-20T11:14:05","modified_gmt":"2026-05-20T10:14:05","slug":"hardware-ist-nicht-das-problem-software-ist-die-loesung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/monta.com\/de\/blog\/hardware-ist-nicht-das-problem-software-ist-die-loesung\/","title":{"rendered":"Hardware ist nicht das Problem. Software ist die L\u00f6sung."},"content":{"rendered":"\n<p><em>Monta COO Max Lion Scherer \u00fcber die n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre der Ladeinfrastruktur &#8211; und was es braucht, damit sie sich rechnet.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Als <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/sebastian-henssler\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sebastian Hen\u00dfler<\/a> &#8211; einer der meistgelesenen E-Mobilit\u00e4ts-Journalisten im DACH-Markt &#8211; k\u00fcrzlich in Montas Hauptsitz in Kopenhagen zu Gast war, ging das einst\u00fcndige Gespr\u00e4ch dorthin, wo die meisten Podcasts \u00fcber Ladeinfrastruktur nicht hingehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Keine Roadmaps. Keine sch\u00f6ngeredeten Marktprognosen. Stattdessen die Unit Economics eines Ladegesch\u00e4fts. Die 20 Prozent \u00f6ffentlicher Ladevorg\u00e4nge, die immer noch scheitern. Die 25 Euro Durchschnittsumsatz pro Ladevorgang und die zwei bis zehn Euro pro Support-Anruf, die diese Marge leise wieder auffressen. Und der Grund, warum sich die meisten Betreiber nicht \u00fcber Hardware oder Strompreis differenzieren &#8211; obwohl genau das die Branche am lautesten diskutiert.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcnf Dinge sind h\u00e4ngengeblieben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hardware entscheidet nicht \u00fcber Erfolg oder Misserfolg<\/h2>\n\n\n\n<p>Hardware gut einkaufen. Strom g\u00fcnstig beziehen. Die Supply Chain im Griff haben. Das schaffen die meisten kompetenten Betreiber. Keiner dieser Punkte entscheidet jedoch, ob das Gesch\u00e4ft profitabel ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Was entscheidet, sagt Max, sind die operativen Kosten pro Ladepunkt. Wie viele Fahrer kann ein Mitarbeiter betreuen? Wie effizient bewegt sich ein Flottenmanager von zehn Fahrern auf zehntausend? L\u00e4sst sich der Erstattungsfluss ohne manuelle Abstimmung in ein Lohnbuchhaltungssystem einbinden?<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eIm \u00f6ffentlichen Laden spielt Software eine Rolle, aber nur eine von vielen. In allen anderen F\u00e4llen spielt Software eine riesige Rolle, weil du in diesen F\u00e4llen Skaleneffekte erheben kannst. Und in der Elektromobilit\u00e4t passiert das meiste Laden nicht \u00f6ffentlich, sondern am B\u00fcro, bei dir zu Hause, vorm Supermarkt, wo auch immer.&#8220; &#8211; Max Scherer<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dieser letzte Punkt verdient ein paar Sekunden mehr. Die Schlagzeilen kreisen um \u00f6ffentliche Schnellladeparks. Das Volumen &#8211; und damit der Hebel auf die operativen Kosten \u2014 liegt \u00fcberall sonst.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die KI rechnet sich bereits<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Unit Economics im Fahrersupport sind brutal. Ein einzelner Anruf im Callcenter kostet zwischen zwei und zehn Euro. Ein durchschnittlicher Ladevorgang ist 25 Euro wert. Jeder Ladevorgang, der einen Support-Anruf ausl\u00f6st, hat einen relevanten Teil seiner eigenen Marge bereits ausradiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Montas Voice-KI-Agent &#8211; inzwischen in allen M\u00e4rkten live, in denen wir t\u00e4tig sind &#8211; geht innerhalb einer Sekunde ans Telefon, beantwortet 70 bis 80 Prozent aller eingehenden Anrufe bei den Betreibern, die ihn aktivieren, und l\u00f6st vier von f\u00fcnf Gespr\u00e4chen direkt im Anruf. Er spricht 13 Sprachen ab Werk, \u00fcbergibt im Bedarfsfall an einen menschlichen Agenten (in der Sprache der jeweils anderen Seite), und ist ohne Aufpreis Teil unseres Grundprodukts.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eDas ist ein Moment, wo Technologie wirklich begeistert. Wir sagen immer, es ist ein KI-Agent am Telefon. Aber die meisten Menschen wollen vor allem ihr Problem gel\u00f6st bekommen.&#8220; &#8211; Max Scherer<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Im Hintergrund l\u00e4uft ein zweites, weniger sichtbares, aber vielleicht noch wichtigeres KI-Produkt: der <strong>NOC Agent<\/strong>. Er zieht sich Millionen von Ladevorgangs-Datens\u00e4tzen, OCPP-Logs (Open Charge Point Protocol), Hardware-Handb\u00fccher und fr\u00fchere Support-L\u00f6sungen zusammen &#8211; und liefert innerhalb von Sekunden eine Root-Cause-Analyse samt L\u00f6sungsvorschlag. Die Hardware-Firmware-Kombination, die regelm\u00e4\u00dfig zu \u00dcberhitzung bei einem bestimmten Lades\u00e4ulen-Modell f\u00fchrt? Wird sichtbar. Das Firmware-Update, das es behebt? Steht als Vorschlag bereit. Der n\u00e4chste Schritt &#8211; Predictive Maintenance, also Probleme beheben, bevor der Fahrer \u00fcberhaupt merkt, dass eines bestand &#8211; baut auf denselben Daten auf.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Migration ist der Motor, nicht die Ausnahme<\/h2>\n\n\n\n<p>Die meisten Wachstumsgeschichten in Software handeln vom neuen Markt. Max sieht das anders: \u00dcber 70 Prozent von Montas Wachstum kommt von Betreibern, die ihre Plattform wechseln. Knapp 100.000 Ladepunkte sind bis heute auf Monta migriert. Ein US-Betreiber hat seine operativen Kosten um 50 Prozent gesenkt &#8211; allein durch den Wechsel des Anbieters.<\/p>\n\n\n\n<p>Migrationen sind nie sch\u00f6n &#8211; Max vergleicht die Entscheidung mit dem Abschied von SAP. Die Daten m\u00fcssen sauber sein. Das funktionale Mapping muss pr\u00e4zise sein. Es gibt einen Cutover-Tag, an dem alles umzieht, und danach eine \u201eHypercare&#8220;-Phase mit 24\/7-Support. Betreiber treffen diese Entscheidung nicht leichtfertig. Genau deshalb ist es kommerziell so entscheidend, die Plattform zu sein, auf die migriert wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die n\u00e4chsten drei bis f\u00fcnf Jahre<\/h2>\n\n\n\n<p>Die spannendsten Aussagen im Gespr\u00e4ch betrafen Dinge, mit denen sich die Branche noch nicht vollst\u00e4ndig auseinandergesetzt hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Fehlerquote.<\/strong> Einer von f\u00fcnf \u00f6ffentlichen Ladevorg\u00e4ngen scheitert nach wie vor. Diese Quote muss unter ein Prozent. \u201eEs gibt keine Alternative, wenn man ehrlich ist&#8220;, sagt Max. Es ist ein Mehrstakeholder-Problem &#8211; Betreiber, EMSPs (E-Mobility Service Providers), Payment-Terminal-Betreiber, Aggregatoren &#8211; alle m\u00fcssen ausgerichtet sein. Und es ist die gr\u00f6\u00dfte Schwelle zwischen dem heutigen Markt und einem echten Massenmarkt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dynamische Preise.<\/strong> Die Early Adopter sind heute Flottenfahrer, die nicht preissensitiv sind. Der Massenmarkt wird es sein. Dynamische Strompreise werden sich durchsetzen &#8211; und die Betreiber, die gewinnen, werden die sein, deren Software ihnen erlaubt, profitabel zu bleiben, ohne die Transparenz zu verlieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V2G und V2H.<\/strong> Vehicle-to-Grid und Vehicle-to-Home sind kein Zukunftsfeature mehr. Sie sind ein H\u00e4kchen auf der Plattform-Shortlist. Sie m\u00fcssen einfach funktionieren<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Eine, was Betreiber sich nicht erlauben k\u00f6nnen<\/h2>\n\n\n\n<p>Auf die Frage, was ein Betreiber auf keinen Fall machen sollte, um in f\u00fcnf Jahren noch am Markt zu sein, hat Max nicht gez\u00f6gert:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eDen Fahrer vergessen.&#8220; &#8211; Max Scherer<\/p>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Es ist die einfachste Aussage im Gespr\u00e4ch, und die, die am leichtesten aus dem Blick ger\u00e4t, wenn man ein Netzwerk skaliert, eine P&amp;L verantwortet oder ein Team aufbaut. Der gesamte Rest des Gespr\u00e4chs &#8211; die Fehlerquote, die KI-Agenten, die dynamischen Preise, die Migrationen &#8211; kommt am Ende auf dieses eine Prinzip zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das ganze Gespr\u00e4ch ansehen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die vollst\u00e4ndige einst\u00fcndige Unterhaltung mit Sebastian Hen\u00dfler ist jetzt auf YouTube zu sehen. In den kommenden Wochen teilen wir Clips und Zitate aus der Episode auf der Monta LinkedIn-Seite und nehmen sie in den n\u00e4chsten Betreiber-Newsletter auf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=37MPUpFwK3Y\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Auf YouTube ansehen<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monta COO Max Lion Scherer \u00fcber die n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre der Ladeinfrastruktur &#8211; und was es braucht, damit sie sich rechnet. 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